Seite 2 von 4
#16 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von greensky 04.12.2020 15:51

Zitat von Claudy im Beitrag #15
Hallo e882,
Pizza ohne Kæse muss nicht sein...ich habe den veganen Reibekæse von "bedda "probiert und der geht geschmacklich gut...gibt's auch als Scheiben für Bürger
Burger lass ich mir beim Metzger aus reinem Rindfleisch ohne Ei und Brötchen als Patties pressen und die sind so lecker,dass sie alle aus meiner Familie nur noch wollen :)
Schõnes Wochenende


Büffelmozzarella....schmeckt auch besser - Nachteil: vieeeel teurer. Aber geht problemlos

#17 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von e882 07.12.2020 08:16

Danke für die Tips. Das werde ich ausprobieren.

Wo kauft ihr die Sachen, die Marke bedda kenn ich noch nicht.

#18 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von Claudy 08.12.2020 10:50

Ich kaufe das immer im TEGUT ist in der veganen Kühlecke......

#19 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von e882 10.12.2020 08:07

OK danke den gib es bei uns nicht aber ich forsche mal im Netz.

#20 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 08.01.2021 13:57

@greensky: Das soll gar nicht böse gemeint sein, aber ich finde die Darstellung etwas übertrieben und so auch nicht korrekt.

Die Aussage, die Therapie mit Kortikoiden sei "alternativlos", ist so nicht richtig. Ich habe zuletzt acht Wochen Jorveza genommen und nur eine leichte Verbesserung gespürt, da ich viel besser auf PPIs reagiere und praktisch symptomfrei bin, wenn ich Pantoprazol einnehme. Und ich bin da kein Einzelfall, die PPI-REE ist mittlerweile gut dokumentiert.

Die EoE ist zwar nicht heilbar und man kann - ganz strenggenommen - die Ursache nicht bekämpfen. Aber eine Eliminations-Diät kann helfen, die Auslöser zu identifizieren. Wenn man (beispielsweise) eine Unverträglichkeit gegenüber Meeresfrüchten und Soja hat, lässt sich damit zwar nicht die Ursache bekämpfen, aber man ist symptomfrei und kann ohne regelmäßige Medikamenten-Einnnahme leben, was mir persönlich auch sehr wichtig ist. Grundsätzlich muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, ob und wie viele Einschränkungen er/sie hinnehmen will.

Und - auch wenn es nur eine persönliche Sichtweise ist - der Verzicht auf Kuhmilch und Weizen ist bei Weitem keine Tortur. Ich verzichte aktuell auf alle tierischen Produkte und zusätzlich auf Weizen, Soja und Nüsse (Dinkel nehme ich aber aktuell zu mir - mal schauen, was die Magenspiegelung demnächst ergibt). Das ist mit Sicherheit oft anstrengend und in vielen Fällen eine Einschränkung, aber ich finde, wenn man sich einmal darauf eingestellt hat und weiß, welche Speisen man essen kann und welche nicht, dann funktioniert das relativ gut. Es schlägt auch niemand die Hände über dem Kopf zusammen ob dieser Unzumutbarkeit. Ein paar Mitleidsbekundungen gibt es, aber wenn ich dann mal aufzähle, wie ich mich ernähre und was ich alles essen kann, kommt oft sowas wie "achso, ja das geht doch sogar! Hätte ich mir schlimmer vorgestellt."

Dass Fertiggerichte rausfallen ist oft ärgerlich, allerdings sollte man sich bewusst machen, dass diese Krankheit ja auch irgendwo ihren Ursprung hat und grundsätzlich nur in Kulturen vorkommen, die sich nach westlichem Vorbild ernähren (also auf Basis industriell gefertigter Lebensmittel und tierischer Produkte [was nahezu alle Fertiggerichte beinhaltet]). Ist zwar zeitsparend und wenig anstrengend, sich mal eben eine TK-Pizza in den Ofen zu schieben, aber genau das könnte ein Grund sein, warum es diese Krankheit überhaupt gibt - der Mensch hat sich in den letzten fünftausend Jahren eben nicht von Tiefkühlgerichten ernährt, sondern erst in den letzten 40, 50 oder 60 Jahren.

@Claudy: Wie läuft denn deine Eli bisher? Hast du schon Ergebnisse? Und den Käse von Bedda kenne ich auch - sowohl die Scheiben als auch der Reibekäse sind echt lecker. Es gibt echt viele leckere Alternativen, die deutlich gesünder sind und trotzdem gut schmecken. Unter diesem Aspekt finde ich die Eliminationsdiät echt gelungen bisher, man lernt sehr viel in Sachen Ernährung und entwickelt ein gutes Bewusstsein, welche Inhaltsstoffe wo vorkommen (z. B. Milchpulver in "Naturals"-Chips!).

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du Erfolg damit hast :-)

#21 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 08.01.2021 13:58

Zitat von e882 im Beitrag #19
OK danke den gib es bei uns nicht aber ich forsche mal im Netz.


Wir haben bei uns zwei (halbwegs) große Edeka-Läden, da gibt es den Bedda-Käse. Die haben meistens 1 oder zwei Kühlschränke mit veganen Ersatzprodukten, da gibt es den immer :-)

#22 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von Claudy 09.01.2021 11:58

Hallo mpat,
Danke der Nachfrage....meine ELI læuft soweit gut,bis auf ab und zu Mal ein Ausrutscher😏Weihnachten dann doch Mal 2 Blätterkrokant und das ein oder andere Glas Rotwein....ansonsten bin ich auf glutenfrei umgestiegen und finde bei den Produkten von "Bauck Hof"alles...glutenfreier Pizzateig,Müsli's und total lecker und ganz einfach zu machen Brotbackmischungen....außerdem habe ich nach langen Recherchen den Joghurt von Biedermann Bio Vegan Heidelbeere entdeckt schmeckt fast so lecker wie der "Normale"
Zum Glück hatte ich noch frei und konnte im Supermarkt lange die Zutatenliste lesen....war dann aber auch nochmal in einem Biosupermarkt,allerdings 38km entfernt von mir und habe dort viele Basic's eingekauft.....war auch nochmal so ein anderes Shoppingerlebnis😄😄 wo ja sonst nix mehr geht eine willkommene Abwechslung im Urlaub
Im Moment bin ich beschwerdefrei habe allerdings auch bis zum 4.1.21 noch Jorveca genommen. Mal gespannt,wie es jetzt mit der Nur ELI Therapie" weitergeht......næchste Biopsie Probe steht in 3 Wochen an,wenn es nicht abgesagt wird...
Alles Gute und passt auf Euch auf🙋

#23 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von greensky 11.01.2021 08:23

Zitat von mpat im Beitrag #20
@greensky: Das soll gar nicht böse gemeint sein, aber ich finde die Darstellung etwas übertrieben und so auch nicht korrekt.

Die Aussage, die Therapie mit Kortikoiden sei "alternativlos", ist so nicht richtig. Ich habe zuletzt acht Wochen Jorveza genommen und nur eine leichte Verbesserung gespürt, da ich viel besser auf PPIs reagiere und praktisch symptomfrei bin, wenn ich Pantoprazol einnehme. Und ich bin da kein Einzelfall, die PPI-REE ist mittlerweile gut dokumentiert.

Die EoE ist zwar nicht heilbar und man kann - ganz strenggenommen - die Ursache nicht bekämpfen. Aber eine Eliminations-Diät kann helfen, die Auslöser zu identifizieren. Wenn man (beispielsweise) eine Unverträglichkeit gegenüber Meeresfrüchten und Soja hat, lässt sich damit zwar nicht die Ursache bekämpfen, aber man ist symptomfrei und kann ohne regelmäßige Medikamenten-Einnnahme leben, was mir persönlich auch sehr wichtig ist. Grundsätzlich muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, ob und wie viele Einschränkungen er/sie hinnehmen will.

Und - auch wenn es nur eine persönliche Sichtweise ist - der Verzicht auf Kuhmilch und Weizen ist bei Weitem keine Tortur. Ich verzichte aktuell auf alle tierischen Produkte und zusätzlich auf Weizen, Soja und Nüsse (Dinkel nehme ich aber aktuell zu mir - mal schauen, was die Magenspiegelung demnächst ergibt). Das ist mit Sicherheit oft anstrengend und in vielen Fällen eine Einschränkung, aber ich finde, wenn man sich einmal darauf eingestellt hat und weiß, welche Speisen man essen kann und welche nicht, dann funktioniert das relativ gut. Es schlägt auch niemand die Hände über dem Kopf zusammen ob dieser Unzumutbarkeit. Ein paar Mitleidsbekundungen gibt es, aber wenn ich dann mal aufzähle, wie ich mich ernähre und was ich alles essen kann, kommt oft sowas wie "achso, ja das geht doch sogar! Hätte ich mir schlimmer vorgestellt."

Dass Fertiggerichte rausfallen ist oft ärgerlich, allerdings sollte man sich bewusst machen, dass diese Krankheit ja auch irgendwo ihren Ursprung hat und grundsätzlich nur in Kulturen vorkommen, die sich nach westlichem Vorbild ernähren (also auf Basis industriell gefertigter Lebensmittel und tierischer Produkte [was nahezu alle Fertiggerichte beinhaltet]). Ist zwar zeitsparend und wenig anstrengend, sich mal eben eine TK-Pizza in den Ofen zu schieben, aber genau das könnte ein Grund sein, warum es diese Krankheit überhaupt gibt - der Mensch hat sich in den letzten fünftausend Jahren eben nicht von Tiefkühlgerichten ernährt, sondern erst in den letzten 40, 50 oder 60 Jahren.

@Claudy: Wie läuft denn deine Eli bisher? Hast du schon Ergebnisse? Und den Käse von Bedda kenne ich auch - sowohl die Scheiben als auch der Reibekäse sind echt lecker. Es gibt echt viele leckere Alternativen, die deutlich gesünder sind und trotzdem gut schmecken. Unter diesem Aspekt finde ich die Eliminationsdiät echt gelungen bisher, man lernt sehr viel in Sachen Ernährung und entwickelt ein gutes Bewusstsein, welche Inhaltsstoffe wo vorkommen (z. B. Milchpulver in "Naturals"-Chips!).

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du Erfolg damit hast :-)


@mpat
Bei allem Respekt - ich habe einen der renommiertesten Gastroenterologen Deutschlands zitiert - dessen Aussage war die Therapie mit Kortikoiden sei "alternativlos". Ebenso sei es unmöglich alle Auslöser in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zu ermitteln, zumal ja selbst Allergietests keine belastbaren Ergebnisse liefern. Und nochmal - ich empfinde selbst weizen- und kuhmichfrei Ernährung als enorme Belastung, für mich das das höchste der Gefühle, was mit einem normlen Alltag vereinbar ist. Es mag Leute geben, die die Zeit haben regelmäßig auf Märkten einkaufen zu gehen oder in Bio-Läden und jeden Tag firsch zu kochen. Berufstätige Eltern mit Kleinkind haben diese Zeit einfach nicht. Aber ja, es ist eine Typfrage. Es soll auch Frauen geben, die sich den Stress freiwillig geben mit Temperatur-Methode, Zyklusanlyse etc. zu verhüten, weil sie das Teufelszeug Antibabypille nicht anrühren wollen...Wie man aktuell sieht, gint es ja auch leider genug Menschen, die Impfungen kategorisch ablehnen...Ich bin jedenfalls heilfroh, dass es Jorveza gibt und mein Hausarzt mir das dauerhaft verschreibt - ich würde sonst wahnsinnig werden.

#24 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 11.01.2021 09:49

Zitat von greensky im Beitrag #23
[quote=mpat|p717]@mpat
Bei allem Respekt - ich habe einen der renommiertesten Gastroenterologen Deutschlands zitiert - dessen Aussage war die Therapie mit Kortikoiden sei "alternativlos". Ebenso sei es unmöglich alle Auslöser in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zu ermitteln, zumal ja selbst Allergietests keine belastbaren Ergebnisse liefern.


Das mag auch sein, aber wie gesagt: Bei mir wirken Kortikoide so gut wie gar nicht, denn ich (und viele andere - s. PPI-REE) reagieren viel besser auf PPIs. Insofern sehe ich da die "Alternativlosigkeit" nicht (bei dem Wort stellen sich mir sowieso die Nackenhaare auf) - ich allein bin doch damit schon ein Fall, der diese Aussage widerlegt; oder etwa nicht? Und auch ich bin natürlich berufstätig und gehe nicht jeden Tag im Bio-Supermarkt einkaufen - aber wenn es schnell gehen muss, greife ich aktuell z. B. auf (Dinkel-/Kichererbsen-/Linsen-)Nudeln zurück und mache mir Fertig-Soße von Barilla dazu; das ist noch schneller fertig als eine Tiefkühlpizza und der Mehraufwand ist der Rede nicht wert. Und die Zutaten sind nahezu überall erhältlich; Kaufland, dm, Edeka, Rewe, etc.

Grundsätzlich stimme ich dir zu: Das ist immer eine Typfrage. Als der Vorschlag von den Grünen kam, einen (!) Veggie-Tag pro Woche in öffentlichen Kantinen einzuführen, hat das zu einem riesen Aufschrei geführt und Leute haben von einem "totalitären Regime" gefaselt, das ihnen vorschreiben will, was sie wann zu essen haben. Andere verzichten komplett darauf und leben trotzdem normal weiter.

Eine Eliminationsdiät soll aber in 75% der Fälle zum Erfolg führen und auch hier im Forum gibt es einige, die da positive Erfahrungen mit gemacht haben. Insofern ist es doch lohnenswert und löblich, diesen Weg mit all seinen Herausforderungen zu beschreiten und es mal auszuprobieren. Und Claudy hat diesen Weg ja schon beschritten bzw. ist aktuell dabei - insofern finde ich den Rat "nimm doch einfach Medikamente! Mein Arzt sagt, es geht eh nicht anders!" in diesem Kontext seltsam. Wenn du diesen Weg nicht gehen möchtest, ist das doch voll okay und jeder muss letztendlich seine eigenen Entscheidungen treffen. Aber in diesem Thread ging es ja nicht um Meinungen zur Eliminationsdiät vs. Medikamente, sondern um Fragen zu einer bereits begonnenen Eliminationsdiät.

Und was ich zu bedenken geben möchte: Du schreibst, dass du regelmäßig die Tabletten nimmst und keinerlei Nebenwirkungen hast. Das mag für den Moment stimmen, allerdings halte ich es für gefährlich, daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Ich habe auch jede Menge Fastfood, Cola und Süßigkeiten in mich reingestopft und nie Probleme mit Blutwerten, Übergewicht oder Krankheiten gehabt - bis dann irgendwann doch die EoE aufgetreten ist. Ich hatte auch keinerlei Nebenwirkungen von jahrelanger Pantoprazol-Einnahme und meine Blutwerte waren top. Langfristig können sich aber enorme Unterversorgungen einstellen sowie erhöhte Leberwerte und -schäden. Ich bin natürlich kein Mediziner und kann dir nicht im Detail erklären, ob und welche Nebenwirkungen durch Jorveza auftreten können, aber ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass Medikamente nicht gesund sind. Kurzfristig mögen sie oft wichtig und unverzichtbar sein, aber eine dauerhafte Anwendungen hat fast immer Auswirkungen und Folgen.

Dessen sollte man sich (wie ich finde) bewusst sein, und ich denke, dass das auch einer der Hauptgründe ist, warum Leute mithilfe der Eliminationsdiät versuchen, Ursachenforschung zu betreiben und die Krankheit ohne Dauermedikation in den Griff zu bekommen. Wie weit man dabei gehen möchte und wie viel man bereit ist, dafür hinzunehmen, bleibt dann jedem selbst überlassen.

#25 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 11.01.2021 10:03

Zitat von Claudy im Beitrag #22
Hallo mpat,
Danke der Nachfrage....meine ELI læuft soweit gut,bis auf ab und zu Mal ein Ausrutscher😏Weihnachten dann doch Mal 2 Blätterkrokant und das ein oder andere Glas Rotwein....ansonsten bin ich auf glutenfrei umgestiegen und finde bei den Produkten von "Bauck Hof"alles...glutenfreier Pizzateig,Müsli's und total lecker und ganz einfach zu machen Brotbackmischungen....außerdem habe ich nach langen Recherchen den Joghurt von Biedermann Bio Vegan Heidelbeere entdeckt schmeckt fast so lecker wie der "Normale"
Zum Glück hatte ich noch frei und konnte im Supermarkt lange die Zutatenliste lesen....war dann aber auch nochmal in einem Biosupermarkt,allerdings 38km entfernt von mir und habe dort viele Basic's eingekauft.....war auch nochmal so ein anderes Shoppingerlebnis😄😄 wo ja sonst nix mehr geht eine willkommene Abwechslung im Urlaub
Im Moment bin ich beschwerdefrei habe allerdings auch bis zum 4.1.21 noch Jorveca genommen. Mal gespannt,wie es jetzt mit der Nur ELI Therapie" weitergeht......næchste Biopsie Probe steht in 3 Wochen an,wenn es nicht abgesagt wird...
Alles Gute und passt auf Euch auf🙋


Und Glückwunsch, dann hast du ja schon eine ganze Zeit hinter dir. Berichte auf jeden Fall mal, was dann am Ende dabei herauskommt! :-) Die Marke Bauck Hof kenne ich glaube ich gar nicht. Ich habe oft "Schär"-Produkte hier, die sind meistens auch ganz gut. Aber glutenfreien Pizzateig haben die glaube ich nicht, also wäre das nochmal interessant.

Meine Biopsie steht Anfang Februar an und je nachdem, wie es dann läuft, überlege ich auch, dann nochmal Gluten rauszulassen - was dann aber natürlich auch mein Hafer-Müsli, Dinkeltoast, etc. beinhaltet. Insofern könnte Bauck Hof da nochmal interessant werden :-D Ich google die mal und schaue, was die noch so haben.

Und merkst du seit dem Absetzen von Jorveza etwas? Bzw. eine Frage an alle: Wie lange dauert es, bis die Wirkung abklingt und sich Symptome wieder einstellen (wenn sie denn wieder auftreten)?

Als ich im Sommer Pantoprazol abgesetzt habe, hatte ich innerhalb von ein paar Tagen eine entzündete Speiseröhre. Dann habe ich von November bis Ende Dezember Jorveza genommen (und zum Schluss noch zwei Wochen Pantoprazol alle zwei Tage, weil die Schluckbeschwerden durch Jorveza nicht vollständig zurückgegangen sind). Zu 100% sind die Symptome durch die kurze Pantoprazol-Anwendung auch nicht zurückgegangen, allerdings nehme ich seit zwei Wochen keine Tabletten mehr und merke zumindest keine Verschlechterung. Also mal abwarten, was die Untersuchung ergibt.

#26 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von greensky 11.01.2021 11:14

[quote=mpat|p722][quote=""|p721][quote=mpat|p717]@mpat

Ich bin natürlich kein Mediziner und kann dir nicht im Detail erklären, ob und welche Nebenwirkungen durch Jorveza auftreten können, aber ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass Medikamente nicht gesund sind. Kurzfristig mögen sie oft wichtig und unverzichtbar sein, aber eine dauerhafte Anwendungen hat fast immer Auswirkungen und Folgen.



Und genau das sehe zu 100% anders. Dieses pauschale Vorurteil gegen Medikamente an sich ist mir absolut unverständlich und auch unangebracht. Klar, wenn ich z.B. permanent Kopfschermzen habe und - anstatt die Ursache zu suchen - jeden Tag ne halbe Schachtel Paracetamol draufwerfe, dann zerschieße ich mir zeitnah die Leber. Aber gilt das deshalb für Meidkamente an sich? Das geht mir doch gefährlich nahe in Richtung Impfgegner-Argumentation.....Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben - man muss diesen möglichen Schaden gegen den Nutzen aufrechnen. Mir wird hier viel zu oft der Eindruck vermittelt, man MÜSSE mit EoE eine wie auch immer geartete Eliminationsdiät leben, hier gab es teilweise Äußerungen "XY ist bei EoE nicht ERLAUBT". Nicht falsch verstehen, wer da Spaß dran hat, der soll es machen. Wem es hilft, umso besser. Aber es gibt bestimmt auch viele "Neulinge" die dadurch abgeschreckt werden...für die meisten Leute ist eine extrinsisch veranlasste radikale Umstellung ihrer Ernährung eben kein Spaß sondern deutliche Eischränkung der Lebensqualität - die durch Jorveza eben u.U. gar nicht so radikal ausfallen muss um bechwerdefrei zu sein.

#27 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 11.01.2021 11:37

Zitat von greensky im Beitrag #26
[quote=mpat|p722][quote=""|p721][quote=mpat|p717]@mpat
Das geht mir doch gefährlich nahe in Richtung Impfgegner-Argumentation.....


Das geht mir doch gefährlich nahe in Richtung Hysterie und Diffamierung. Ich sage nicht, dass jedes Medikament zwangsläufig gravierende Nebenwirkungen hat. Wie gesagt, ich war nach jahrelanger Pantoprazol-Einnahme frei von jeglichen Nebenwirkungen - vielleicht hätte das auch noch 50 Jahre so geklappt, aber vielleicht eben nicht. Das Risiko besteht immer, und dessen sollte man sich bewusst sein. Das sage ich - nicht mehr und nicht weniger.

Und ich stimme dir zu - man muss Schaden gegen Nutzen aufrechnen. Allerdings sollte man das dann auch anderen Leuten zugestehen. Wenn ich - um dein "Impfgegner-Geschrei" aufzugreifen - beschließe, mich nicht gegen die Grippe impfen zu lassen, dann darf ich diese Entscheidung im Rahmen meiner körperlichen Selbstbestimmung treffen, ohne gleich ein Impfgegner und Staatsfeind Nr. 1 sein zu müssen (denn vielleicht verreise ich ja in einem Jahr und lasse mich dann gegen Hepatitis impfen, weil mir das Risiko in dem Falle doch zu hoch ist). Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Ich muss mich nicht ausnahmslos gegen ALLES impfen lassen oder gegen GAR NICHTS. Letztendlich kann ich mich da gerne wiederholen: Du darfst alle Entscheidungen treffen, mit denen du dich wohlfühlst. Du kannst dich auch ausschließlich von Milch, Fleisch und Weizen ernähren, wenn dir das Spaß macht. Aber in diesem Thread ging es doch um Einzelheiten zu einer Eliminationsdiät - da fand ich den Rat "nimm Medikamente" einfach seltsam; und ja, das ist meine ganz persönliche Sicht, andere Nutzer mögen da gedacht haben "finde ich richtig, sehe ich genauso!".

Man muss außerdem keine Diätumstellungen durchführen o. ä. - aber das Argument, eine Umstellung sei kein Spaß, ist recht schwach. 40 Stunden pro Woche zu arbeiten oder Angehörige zu pflegen ist für viele auch kein Spaß und eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität, aber das ist ja kein Argument zu sagen "dann lasse ich es halt bleiben". Letztendlich wurde bei uns eben eine Krankheit diagnostiziert - Spaß hat mit der ganzen Sache nichts zu tun. Deshalb verstehe ich das Forum als Möglichkeit, sich über Erfahrungen auszutauschen und sich Tipps zu holen, wie man gegen diese Krankheit vorgehen kann und trotzdem ein Maximum an Spaß im Leben beibehalten kann, während man gleichzeitig mögliche Langzeitfolgen minimiert (denn mit denen fertig zu werden, sollten sie denn auftreten, ist dann eben auch kein Spaß).

#28 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von greensky 11.01.2021 12:18

Wie bereits gesagt- macht wie ihr das wollt, ist doch euer gutes Recht. Ich wehre mich hier einfach nur gegen die völlig überzogene Verteufelung (Überspitzt: "Hilfe, Kortison!!!") eines sicheren, nebenwirkungsarmen Medikaments, das dazu führt das man seine Ernährung eben wahrscheinlich nicht so massiv einschränken muss bzw. eine Eliminationsdiät in den hier dargestellten Formen möglicherweise zumindest teilweise unnötig macht. Allein draum geht es mir. Und das hat meiner Meinung nach sehr wohl inhaltlich an dieser Stelle etwas verloren...denn eine harte Ernährungsumstellung in dieser Form MUSS nicht sein. In dieser Hinsicht ist das von dir vorgetragene Argument bzw. der Vergleich doch sehr schwach - Ja, arbeiten um bei deinem Beispiel zu bleiben geht i.d.R. in Summe zu Lasten der Lebensqualität - ist aber relativ alternativlos in den allermeisten Fällen. Die Eliminationsdiät eben in vielen Fällen nicht. Und genau darum geht es. Wer sich dafür entscheidet - bitte, gerne. Aber vermittelt nicht das Bild, man habe keine echte Wahl, in dem man Jorveza verteufelt - gegen übereinstimmende ärztliche Beurteilung.

#29 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von mpat 11.01.2021 12:32

Zitat von greensky im Beitrag #28
Ich wehre mich hier einfach nur gegen die völlig überzogene Verteufelung (Überspitzt: "Hilfe, Kortison!!!") eines sicheren, nebenwirkungsarmen Medikaments.


Genau so nehme ich das wahr und das ist auch das Problem, wie ich finde - warum wehrst du dich? Dir will doch niemand etwas wegnehmen und niemand greift dich an. Ich rede ja nicht auf dich ein und sage "was du machst ist Quatsch" und - nach meinem Eindruck - "verteufelt" auch niemand Jorveza; im Gegenteil, viele Leute nehmen das ein, ich habe es selbst gerade erst abgesetzt.

Du sagst es selbst - ein "nebenwirkungsarmes" Medikament, aber eben nicht zwangsläufig ein nebenwirkungsfreies. Und genau darum geht es vielen - so weit wie möglich auf Medikamente zu verzichten, um unerwünschte Langzeitfolgen zu minimieren oder auszuschließen. Und da eine Eliminationsdiät in 75% Erfolg bringt (Stichwort Alternativlosigkeit), ist es doch einen Versuch wert für die, die sich darauf einlassen wollen, unabhängig davon, ob es dann tatsächlich funktioniert oder ob man das dauerhaft so handhaben will. Das ist wie überall im Leben: Die einen treiben Sport und machen Rückenübungen, um Bandscheibenvorfällen vorzubeugen, die anderen gehen das etwas lockerer an und denken sich "ach naja, im Notfall mach ich dann Reha, wenn's passiert; ich kenne viele, die das durchgemacht haben und die können trotzdem normal weiterleben". Weder das eine noch das andere ist verwerflich, man muss eben einfach in sich hineinhorchen und schauen, was einem selbst am ehesten liegt und womit man sich wohlfühlt - und sich dann eben mit den Konsequenzen abfinden (man kann sich ja sowohl beim Sport verletzten oder etwas beschädigen als auch durch einen Bandscheibenvorfall; genau wie mit und ohne Jorveza).

Aber dagegen muss man sich doch nicht wehren? Ich hatte jedenfalls nicht die Absicht, dich anzugreifen und ich wünsche dir trotz allem alles Gute und viel Erfolg mit deinem Weg.

#30 RE: Wie lange Eliminationsdiät? von greensky 11.01.2021 13:37

Ich zweifle die 75% Erfolgsquote der Eli nicht an - ich zweifle aber an (und genau das ist auch die Meinung des von mir zitierten Gastroenterologen sowie der einschlägigen Literatur) das die Wenigsten LANGFRISTIG eine Eliminationsdiät so konsequent durchhalten (wollen), dass sie in Remission bleiben. Was aber evtl. etwas missverständlich ist - es geht nicht um dich konkret oder diesen Thread hier - in diesem Forum wird an vielerlei Stellen von vielen Personen unabhängig voneinander ein "alternativer" Weg propagiert. Ich bin jetzt zu faul entsprechende Zitate herauszusuchen, aber die gibt es zur Genüge. Ich weiß noch, wie es mir ging als ich meine Diagnose erhielt....mich hat das komplett umgehauen. Als frisch Betroffener hab ich jeden Funken Information aufgesaugt. Wenn ich mir nun vorstelle, das jemand in dieser Sitiation in dieses Forum schaut, dann bekommt er meiner Meinung nach kein neutrales Bild vermittelt über die Behandungsmöglichkeiten. Nur darum geht es mir.

Ich hatte ebenfalls nicht die Absicht dich anzugreifen, sollte der Eindruck entstanden sein tut es mir Leid. Dir auch alles Gute.

Xobor Forum Software © Xobor
Datenschutz